Rübenschwanz-Viperngeckos
Hemidactylus imbricatus
Auf dieser Seite findet ihr Informationen zur Haltung von Rübenschwanz-Viperngeckos. Diese wurden aus intensiver Recherche und eigener Erfahrung zusammengetragen.
Falls ihr Verbesserungsvorschläge/Kritiken habt, meldet euch bitte bei uns.
Haltung
Viperngeckos sind relativ einfach zu halten und eignen sich deshalb auch für Reptilien-Neulinge.
Allgemeine Infos
Lebensraum
Gruppenhaltung
Futter
Der Rübenschwanz-Viperngecko lebt in der Freiheit in iranischen Halbwüsten und Wüsten. Sie gelten als bodenbewohnend und sind dämmerungs- und nachtaktiv.
Die Geckos sind sehr friedliche Tiere und können ohne Probleme in der Gruppe gehalten werden. Dabei können auch mehrere Männchen einer Gruppe angehören. Empfehlen würde ich, dass die Anzahl der Männnchen die Anzahl der Weibchen jedoch nicht übersteigt. Im Moment halten wir 5 Weibchen und 2 Männchen.
Die Geckos ernähren sich rein carnivor. Wir geben ihnen vor allem kleine Heimchen, Steppengrillen, Mittelmeergrillen und ab und zu Mehlwürmer. Jungetiere müssen jeden Tag gefüttert werden, adulte Tiere können alle 2-3 Tage gefüttert werden. Einmal in der Woche bestäuben wir die Heimchen mit Calcium und Multivitaminen. Dies ist wichtig, um die Geckos gesund zu halten und eine Rachitis vorzubeugen.
Merkmale
Grösse
Lebenserwartung
Die Viperngeckos haben eine typische Zeichnung, wobei jeder Gecko seine Individualitäten hat. Mit einem genauen Blick fällt es einem somit nicht schwer, die Geckos voneinander zu unterscheiden. Hervorzuheben sind die goldenen Augen, die ich an dieser Art besonders schön finde. Typisch ist natürlich der Schwanz, dessen Form der Art ihren Namen verleiht: Rübenschwanz. Dieser dient als Fettspeicher und man kann daran erkennen, wie gut es dem Gecko geht. Er ist mit grösseren Schuppen bedeckt.
Die Geckos werden um die 10 cm gross, wobei die Männchen etwas kleiner sind.
Hier kann ich noch nicht von eigenen Erfahrungen berichten, die Recherche zeigt jedoch, dass die Lebenserwartung der kleinen Geckoart zwischen 4-10 Jahren liegt.
Terrarium
Grösse
Unser Terrarium ist 100 cm x 40 cm x 40 cm gross. Vorgeschrieben ist laut der Schweizer Tierschutzverordnung eine Fläche von 6x6 Körperlängen (Kopf-Rumpflänge à ca 6 cm) für zwei Tiere - also ca. 36 cm x 36 cm. Die Höhe sollte mindestens 20 cm betragen. Für jedes weitere Tier sollte eine Fläche von 18 cm x 6 cm (3x1) dazugerechnet werden. Grösser ist jedoch immer besser. Die Geckos sind sehr aktiv und nutzen die ihnen zur Verfügung gestellte Fläche total aus .
Licht und Temperatur
Da die Geckos nicht tagaktiv sind, wird erwähnt, dass eine UV-Lampe nicht notwendig sei. Da ich leider Erfahrungen mit einem Rachitis-Fall gemacht habe, habe ich mich nun für eine 35 W-UV Lampe entschieden, die das Terra heizt. Die Geckos liegen nicht selten darunter. Zusätzlich setze ich eine Heizmatte ein, die die Temperaturen am Nachmittag noch etwas erhöht. Die Sommertemperatur sollte zwischen 25 und 30° liegen. Nachts wird die Temperatur auf Raumtemperatur gesenkt. Die Beleuchtungsdauer beträgt 12 Stunden. Im Winter wird sie für 2-3 Monate auf 8-10 Stunden reduziert und die Temperatur auf Raumtemperatur gelassen.
Einrichtung
Obwohl die Geckos als bodenbewohnend gelten, klettern sie sehr gerne. Deshalb stelle ich ihnen einen grossen Ast und eine Felseinheit zur Verfügung, die immer genutzt werden. Die Felseinheit optimiert zudem die Platzverhältnisse. In den darin geschaffenen Höhlen verbringen die Geckos oft die Tageszeit. Für den Bondengrund habe ich Sand und das Desert Bedding von Lucky Reptile gewählt. Ansonsten wurde das Terrarium mit Steinen, Ästen, Wüstenbüschchen, Rinden und Verstecken ausgestattet. Den eigenen Vorstellungen sind hier keine Grenzen gesetzt.
Bewartung
Das Terrarium wird jeden Abend, mindestens alle zwei Tage besprüht, um die Luftfeuchtigkeit am Abend zu erhöhen. Ich stelle den Geckos zudem zwei Wasserschalen und eine Schale mit Calcium/Vitaminen bereit. Diese werden nach Bedarf aufgefüllt. Die Geckos koten an bevorzugte Plätze. Die Abfälle werden alle paar Tage entfernt. In etwa alle 6 Monate wird der Terrarium-Sand erneuert.
Zucht
Geschlechter
Paarung
Männchen
Nach circa 2-3 Monaten sind die Geschlechter der Geckos erkennbar. Die zwei Hemipenistaschen und die Präanalporen (in Halbkreis angeordnet) der Männchen sind dabei gut ersichtlich.
Weibchen
Die Weibchen besitzen diese poren nicht und der Schwanz läuft nach einer deutlich weniger starken Verdickung in den Körper über.
Nach der Paarung können leichte Bissspuren am Nacken des Weibchens vorkommen. Bis jetzt konnte ich nur das Ende einer Paarung am Morgen beobachten.
Trächtigkeit
Eiablage
Inkubation/Brutzeit
Ein trächtiges Weibchen ist an seinem dicken Bauch erkennbar. Zudem scheinen die Eier kurz vor der Eiablage gut sichtbar durch den Bauch hindurch. Die Weibchen tragen die Eier ca. 30 Tage, bevor sie diese ablegen.
Die Weibchen legen die Eier an einen bevorzugten Platz ab. Bei uns war das eine Höhle im Stein und ein e Kunsthöhle mit Moos ausgestattet. Manchmal vergraben sie die Eier auch etwas.
Die Eier werden vom Ablageort in ein Inkubationsbehälter überführt. Wir nutzen den Egg O Bator von Lucky Reptile. Sie können aber auch im Terrarium ausgebrütet werden, sollten jedoch in einen kleinen Behälter platziert werden, da die Jungtiere sonst von den adulten Tieren gefressen werden könnten. Als Brutsubstrat nutzen wir Vermiculite. Bei 26° sollte das Geschlechterverhältnis ausgeglichen sein und die Brutzeit beträgt circa 50-60 Tage.
befruchtete/ unbefruchtete Eier
Schlupf
Aufzucht
Der Schlupf geschieht schliesslich sehr schnell. Die kleinen Geckos sehen schon fix fertig aus, nur etwas kleiner, so 1.5-2 cm gross. Nach dem Schlupf häuten sie sich das erste Mal. Am zweiten Tag werden sie mit Fruchtfliegen gefüttert, davor reicht der Vorrat von ihrem Dottersack. Danach folgt die Fütterung täglich. Aus Erfahrung kann ich von einer 100%igen Schlupftrate berichten.
Die kleinen Geckos ziehen wir jeweils zu zweit in den ersten paar Lebenswochen in Heimchendöschen auf. Wir stellen ihnen ein kleines Wasserschälchen mit einem Wasserreservoirkügelchen mit Calcium zur Verfügung. Jeden Abend wird gesprüht und gefüttert - anfangs mit Fruchtfliegen, danach mit Micro- und schliessliche mit Kleinen Heimchen oder Mittelmeergrillen.
Nach einigen Tagen kann gut erkannt werden, ob die Eier befruchtet sind oder nicht. Befruchtete Eier erscheinen beim Durchleuchten rot. Nach circa 2 Wochen ist der Kopf des kleinen Geckos schon erkennbar. Unbefruchtete Eier hingegen erscheinen Gelb, wobei kein Inhalt erkennbar wird.
Schauen Sie sich unsere Galerie an, um einen Eindruck von den kleinen süssen Viperngeckos zu erhalten.
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